Mechanisches Verfahren

Abdichten von nassen Mauern im Schneideverfahren

Darunter versteht man die nachträgliche Abdichtung des feuchten Mauerwerks gegen aufsteigende Feuchtigkeit durch horizontales, abschnittweises und erschütterungsfreies Durchschneiden der Mauern und Einschieben von Polymerbitumenfolie oder Edelstahlplatten als Abdichtungsebene (Sperrschicht). Dieses Verfahren zählt zu den mechanischen, mehrstufigen Verfahren und ist die sicherste Methode zur Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit.

Der Abdichtungsvorgang

Unabhängig von der Art und Beschaffenheit der Mauer wird der Abdichtungsvorgang in vier Arbeitsschritten durchgeführt

  1. Schneiden

    Abschnittsweises, erschütterungsfreies Durchtrennen des Ziegelmauerwerks in der ersten durchgehenden Lagerfuge mit einer Mauerfräse oder des Misch- oder Steinmauerwerks mit einem Diamantseil nach ÖNORM.
  2. Reinigen und Aufbereiten der Schnittfuge

    Die Schnittfuge wird mit Druckluft gereinigt, gegebenenfalls werden Unebenheiten mittels eines Glattstrichs ausgeglichen, damit das eingefügte Abdichtungsmedium (Polymerbitumenbahn, Edelstahlblech) glatt aufliegt und nicht beschädigt werden kann.
  3. Abdichtung (Isolierung)

    Überlappendes, ÖNORM-konformes Einbringen der Sperrschicht in Form einer Polymerbitumenfolie oder von Edelstahlplatten mit entsprechendem Überbestand zum nahtlosen Anschluss an eine Vertikal- oder Bodenabdichtung.
  4. Ausfüllen der Restfuge und reinigen des Überbestandes

    Die Restfuge wird aus statischen Gründen mit kraftschlüssigem Spezialbeton ausgefüllt und der Überbestand für weitere bituminöse Abdichtungen (z.B.: Hochzüge) gereinigt.

Mauertrockenlegung im Schneideverfahren

Natürliche Trocknung

Natuerliche Trocknung 1

Großer Nachteil: lange Trocknungszeit, kann mehrere Wochen bis Monate dauern und hängt von der Mauerstärke, dem Durchfeuchtungsgrad und dem Lüftungsverhalten ab. Vor Erreichen der ÖNORM-konformen < 20% Restfeuchte darf kein Putz aufgebracht, die nasse Mauer z.B. durch Errichten einer Vorsatzschale nicht verbaut oder durch Möbel etc. verstellt werden.

Heizstabtechnik

Heizstabtrocknung

Die Trocknungszeit hängt von Mauerstärke und Durchfeuchtungsgrad ab und dauert bis zum Erreichen der ÖNORM-konformen Vorgabe von < 20% Mauerfeuchte ungefähr 8 – 14 Tage. Mehr zur Mauerentfeuchtung mittels Heizstabtechnik.

Mit dem Errichten der Sperrschicht wird das Aufsteigen der Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die aufsteigende Mauer verhindert.

Der Einbau von Sperrschichten hat noch keine Trocknung des Mauerwerks zur Folge, sondern verhindert lediglich das weitere Aufsteigen von Feuchtigkeit!

Die nachträgliche Trocknung des feuchten Mauerwerks oberhalb der errichteten Abdichtungsebene (Sperrschicht) muss unmittelbar nach der Abdichtung und ohne Putz erfolgen, entweder durch natürliche Trocknung oder mit empfehlenswerter Heizstabtechnik.

Danach dürfen erst die Nachbearbeitungen (Putz aufbringen, Ausmalen etc.) erfolgen.

DIE TROCKNUNG MITTELS HEIZSTAB- ODER HEIZMATTENTECHNIK IST GESONDERT ZU BEAUFTRAGEN!

 

 

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